Mittwoch, 19. März 2014

Trinkhörner mit gratis Gravur auf dem Ostermarkt der Ronneburg

Am letzten Märzwochenende ist die Zeit des Wartens für Gaukler, Handwerker und historische Händler ebenso wie für Mittelalterfans endlich vorbei: Auf der Ronneburg wird am 29. und 30. März der erste von zwei Ostermärkten des Jahres veranstaltet. Zwischen 11:00 Uhr und 19:00 Uhr haben die Besucher Zeit, sich in einer mittelalterlichen Szenerie wiederzufinden.

In den alten Gemäuern der Ronneburg öffnet sich in diesen Tagen wieder ein Tor in die Vergangenheit. Besucher fühlen sich wie Zeitreisende, die ein paar Jahrhunderte zurückgefallen sind und nun zwischen Händlern in mittelalterlichen Gewändern und historischen Klängen von mittelalterlichen Musik-Gruppen und Gauklern lustwandeln. Wer sich selbst auch für den Markt zünftig einkleiden möchte, findet auf bei uns im Online Shop garantiert die passenden Gewänder.

Gesinde und Herrschaften kaufen auf dem Ostermarkt mittelalterliche Waren von historischen Händlern, schöne Wandteppiche, Ledertaschen, Ledergürtel und keltische Holzschnitzereien. Ein Tipp: Eines der beliebten Highlights des Marktes sind die mittelalterlichen Trinkhörner am Marktstand der Mystic Wolves, die vor Ort mit einer persönlichen Gravur nach Wunsch, natürlich gratis, versehen werden. 

Besucher können sich auf ein buntes Markttreiben freuen ganz in den mittelalterlichen Traditionen. Waffen- Gold- und Silberschmiede, Korbflechter aber auch Bonbonmacher werden anwesend sein und ihr Handwerk präsentieren. Natürlich wird auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt mit Deftigem, was die mittelalterliche Küche so hergibt.

Auf dem Ostermarkt ist auch an die kleinen Besucher gedacht. Sie können kreativ werden und beispielsweise Rieseneier bemalen oder einem lebendigen Osterhasen begegnen. Für besondere Aufmerksamkeit werden auch in diesem Jahr wieder die Osterlämmer sorgen und besonders Mutige reiten auf einem Esel über den Ostermarkt auf der Ronneburg. Daneben gibt es auch ein historisches Karussell und ein Kinderreitturnier.

Der Eintritt zum Ostermarkt ist im normalen Burgeintritt enthalten. Erwachsene zahlen 5,50 EUR, Kinder ab 5 Jahre 4,50 EUR. Daneben gibt es auch einen Rabatt für Familien mit mehreren Kindern.

Die Ronneburg wurde im 13. Jahrhundert zur Zeit der Staufen angelegt. Die Burganlage sollte dem Schutz der Handelsstraßen dienen. Nach dem Besuch des Ostermarktes empfiehlt sich für Besucher ein Besuch des Burgmuseums, das einen Einblick in die Wurzeln der Geschichte gibt. In vielen Räumen kann man noch die Malereien aus dem 16. Jahrhundert bewundern.


 ... und wer möchte, kann auch unseren neuen Onlineshop "Fellmonopol" besuchen. Ein spezieller Shop für Lammfell, Schaffell, medizinische Felle und Rinderfelle. Kurz gesagt, Felle zum Kuscheln.

Freitag, 28. Februar 2014

Großer mittelalterlicher Markt unterm Hallendach in der imposanten Kuppelhalle des Leipziger Kohlrabizirkus

 Mittelaltermarkt im Leipziger Kohlrabizirkus

Dieses Jahr startet der Mittelaltermarkt im Leipziger Kohlrabizirkus zum achten mal in Folge und man kann sagen, er hat schon Kultstatus. Gleich einer großen mittelalterlichen Handelswarenmesse werden auf ca. 5000 m² am 08. – 09. März 2014 rund 150 Händler ihre mittelalterlichen Waren feil bieten.
Angeboten wird alles, was im Mittelalter üblich war. Geschmiedete Waffen und Gebrauchseisenwaren, Stoffe, Gewandungen, Felle, edles Geschmeide, Räucherwaren, Holzartikel, Gebrauchskeramik... Die Liste der Händler ist unendlich lang. Auf diesem Markt etwas NICHT zu finden wird sehr schwer sein.
Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. So finden die Freunde des Fleisches eine Fülle an Spießbraten, Wildschweinwürsten oder Fleischpfannen. Selbst Fladen oder Crepes sind in ausreichenden Mengen zu finden. Um das Ganze gebühren herunter spülen zu können gibt es Wein, Bier oder den Klassiker, Met.

In mittelalterlicher Gewandung wird es günstiger 

Übrigens: Wer an den beiden Tagen in mittelalterlicher Gewandung erscheint bekommt auf den Eintrittspreis einen ordentlichen Rabatt.
Wer aber noch kein Mittelaltergewand sein Eigen nennt, der wird sicher im Online Shop der Mystic Wolves unter www.mittelalterkleidung.de fündig.

Auch sonst hat sich der Veranstalter in Bezug auf Gestaltung des Eintrittspreises etwas einfallen lassen. So zahlen Familien mit mehreren Kindern nur für das erste Kind, alle anderen Kinder haben freien Eintritt. Eine tolle Idee für "kinderreiche" Familien. Da sind dann auch noch ein paar Taler für eine schmackhafte Ritterpfanne übrig.

mittelalterliche Unterhaltung mit Musik

Ergänzt wird der Markt mit einem zweitägigen Unterhaltungsprogramm verschiedener Musikgruppen. Mit dabei sind "Despunsèpa" "Violet Moon" und "Draco Faucium".
Ein Konzert von "Corvus Corax" bildet dieses Jahr den Höhepunkt am Samstagabend.

Der "Leipziger Umschlag" zählt zweifelsfrei mit zu einem der größten mittelalterlichen Hallenmärkte in Deutschland. Mit einer jährlich steigenden Besucherzahl (2013 waren es rund 10.000) ist diese Veranstaltung ein Highlight in der Mittelalterszene und aus dem Terminkalender der Stadt Leipzig nicht mehr wegzudenken.

Also wann geht’s los ?

08.- 09. März 2014
Samstag von 11-24:00 Uhr, Sonntag von 11-19:00 Uhr
Eintritt: Samstag 8,00 Euro, Sonntag 6,00 Euro
Kinder zahlen die Hälfte,
Historisch Gewandete Personen zahlen am Samstag 6,00 Euro und am Sonntag 4,00 Euro. Familien zahlen nur für das erste Kind, alle anderen Kinder haben freien Eintritt, wobei für Kinder im Vorschulalter der Eintritt ohnehin frei ist.
Konzert "Corvus Corax" Samstag gegen 22:00 Uhr, im Anschluss an die Preisverleihung "Goldener Umschlag"

Weitere mittelalterliche Veranstaltungen können unter
www.mittelalterkleidung.de/shop_content.php?coID=30 nachgelesen werden.


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Dienstag, 28. Januar 2014

Odinsblut trifft Trinkgefäß


Der im Mittelalter beliebte Honigwein und das standesgemäße Trinkhorn hierfür aus dem Onlineshop von mittelalterkleidung.de


Das sicherlich beliebteste Getränk auf Mittelaltermärkten ist der Met, Honigwein. Mit Kirschen vergoren oder mit Kirschsaft gemischt wird er häufig auch als Wikingerblut oder Odinsblut bezeichnet. Wird er darüber hinaus mit einer scharfen Gewürzmischung angereichert, gilt er als Drachenblut. Zu jeder Jahreszeit ist er ein Genuss – an warmen Tagen köstlich eisgekühlt, an kalten Tagen schön heiß geschlürft.

Met: Das Geschenk der Götter
Der Met war zwar im Mittelalter neben Bier tatsächlich ein sehr beliebtes Getränk, aber es wurde schon vor Urzeiten erfunden: In der germanischen Mythologie beispielsweise galt der Met als das Geschenk der Götter, das bei kultischen Handlungen eingesetzt wurde. Allerdings ist es sehr viel günstiger Bier oder Wein herzustellen, weshalb beide Getränke ab dem Mittelalter ihren Siegeszug unter den alkoholischen Getränken antraten. Dabei galt Met zu früheren Zeiten nicht nur als Genussmittel oder als Getränk, dass bei religiösen Riten zum Einsatz kam. Damals wurde der Met auch gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt, denn Honig und Met besitzen eine antibakterielle Wirkung, auch gegen Magen- und Darmbeschwerden oder bei Erkältungen werde der Met eingesetzt.   

Das Trinkhorn: So trank man im Mittelalter
Ein solch wohlschmeckendes Getränk wie Met, das einen in längst vergangene Zeit versetzt, wir natürlich auch am besten adäquat genossen: in einem Trinkhorn. Auch dieses ist bereits seit Urzeiten im Einsatz. Im Mittelalter wurden Trinkhörner häufig aufwändig verziert und in Metall gefasst oder mit einem architektonischen Unterbau versehen. Die heutige Mittelalterszene hat sich des Trinkhorns wieder angenommen und so wird es häufig auf Märkten zum Verkauf angeboten. Auch im Mittelaltershop der Mystic Wolves sind derartige Trinkhörner zu finden. Von kleinen Hörnern mit nur 50 ml Fassungsvermögen bis hin zu ganz großen, in die 700 ml passen ist dort eine reichhaltige Auswahl an Trinkhörnern samt verschiedenen, teils kunstvollen Trinkhorn-Halterungen zu erstehen. Zu finden sind diese Hörner hier im Onlineshop der Mystic Wolves:


Auf den Mittelaltermärkten selbst warten die Mystic Wolves mit einer besonderen Attraktion auf. Dort können die Trinkhörner auch nach eigenen Wünschen graviert werden – etwa mit dem eigenen Namen versehen oder aber mit Kosenamen.


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Donnerstag, 16. Januar 2014

Ein neuer Anfang - Mittelaltermärke 2014

Nun ist es bald wieder soweit. In wenigen Wochen beginnt die mittelalterliche Marktsaison 2014. Der Marktstand ist repariert, die Planen noch einmal imprägniert. Kleinere Verschönerungsarbeiten am Stand sind abgeschlossen und die neu gefertigten Waren sind fertig und liegen im Lager.
Kurz gesagt, die Mittelaltersaison kann beginnen.
Grund genug euch nun endlich unsere neuen Markttermine zu zeigen.

So schaut denn nun hier:


                                                 UNSERE MARKTTERMINE







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Montag, 6. Januar 2014

Viel Glück im kommenden Jahr – und was die Frau Holle damit zu beschicken hat


Jeder kennt es, das Märchen von der Frau Holle, die die Gold-Marie für ihren Fleiss belohnt und die bequeme Pech-Marie für ihre Faulheit bestraft. Das Märchen ist durchaus symbolisch zu sehen und ist wie eine „Lehrgeschichte“ à la: „Wenn Du was tust, dann kriegst Du auch was dafür…“

Doch Frau Holle ist weit mehr als eine Märchenfigur. Sie ist Schutzpatronin der Rauhnächte, der Tage zwischen den Jahren, über die wir im letzten Blogpost geschrieben haben. Genau wie im Märchen auch, mag diese Frau Holle keine Pech-Marien: Wenn jemand faul oder unnütz in den Tag hinein lebt, sie ist sehr streng und achtet darauf, dass jeder seiner Bestimmung gemäß lebt und sich entwickelt. Wer seine Talente nutzt, Haus, Wohnung und Grundstück zum Beginn der Rauhnächte ordentlich gesäubert hat und schlechte Angewohnheiten ablegt, wird belohnt. Wer sich allerdings auf der faulen Haut ausruht, wird bestraft. Und das sollte man tunlichst nicht tun, wenn man das Glück im kommenden Jahr an seiner Seite habe möchte…

Man kann Frau Holle übrigens auch gut für sich stimmen, indem man ihr kleine Geschenke erfüllt und sie mit Aufmerksamkeiten bedenkt, etwa mit Brot, Kuchen, Gebäck und Mohn. Vielleicht erweist sie sich dann im kommenden Jahr gnädig und erfüllt so manchen tief ersehnten Wunsch.

Die ursprüngliche germanische Göttin zur Märchenfigur Frau Holle ist übrigens Holda oder Hel, in der griechischen Mythologie entspricht sie Hekate (der Göttin der Unter- oder Zwischenwelt). Im Alpenraum entspricht Frau Holle, Holda oder Hel auch der Wintergöttin Berchta (Perchta) - davon kommen die Perchtenumzüge in der Schweiz. Sie finden vor allem in der letzten Rauhnacht (vom 5. auf den 6.Januar) statt. Wieder was gelernt.

Wir wünschen Euch gutes „Rausputzen“ in diesen Rauhnächten – und alles Gute für 2014, auf dass das Glück an Eurer Seite seine möge…

 

                                          Mittelaltershop der Mystic Wolves 

 

 

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Sonntag, 22. Dezember 2013

Der Zauber der Rauhnächte



Jetzt ist es schon kurz vor knapp: Morgen schon ist Weihnachten, und das Christkind steht vor der Tür… Doch der Mythos um die „heiligen geweihten Nächte“, in denen ein Stern den Weg weist, zu einem Licht, das geboren wurde, beschränkt sich nicht allein auf das Christentum; auch in anderen Glaubensrichtungen wurde diese Zeit „zwischen den Jahren“ als besonders angesehen. Begeben wir uns einmal zurück in die Zeit der Kelten. Für sie war diese Zeit –und zwar die Zeitspanne entweder von der Wintersonnen-Wende bis zum Drei-Königstag am 06. Januar oder aber die Zeit vom 24.12. bis zum Drei-Königstag- die Zeit der „Rauhnächte“. Allein, wenn man sich nach Sonne und Mond richtet sind die zwölf Tage vom 25.12. bis zum 06.01. „übrig“ und außer der Zeit.

Die alten Kelten gingen davon aus, dass man in diesen zwölf Tagen ablesen konnte, wie das kommende Jahr so wird, ob das Wetter schlecht wird, jemand geboren wird, jemand stirbt, ob die Ernte gut wird und so fort. Einige Weise unter Ihnen waren der Ansicht, dass man dies sogar mit Räucherritualen und guten Wünschen beeinflussen könnte.
Mit dem Räuchern seiner Wohnung oder seines Büros kann man böse Geister verscheuchen und sich neue, gute Energien für das neue Jahr wünschen. Am Besten räuchert man mit folgenden Kräutern:
  • Weihrauch
  • Salbei
  • Lorbeer
  • Thymian
  • Wacholder
  • Kampfer
  • Drachenblut

Auch dem Sonnenschein wurde zeichenhafte Bedeutung zugedacht. Sonnenschein an den aufgeführten Tagen bedeutet
  1. Lostag (25. 12.): Es wird ein glückliches, neues Jahr werden
  2. Lostag (26. 12.): Preiserhöhungen stehen an.
  3. Lostag (27. 12.): Streitigkeiten kommen auf.
  4. Lostag (28. 12.): Fieberträume werden Familienmitglieder plagen.
  5. Lostag (29. 12.): Es wird eine gute Obsternte.
  6. Lostag (30. 12.): Auch alle anderen Früchte gedeihen prächtig.
  7. Lostag ( 1. 1.): Die Viehweiden tragen saftige Kräuter.
  8. Lostag ( 2. 1.): Fische und Vögel sind zahlreich.
  9. Lostag ( 3. 1.): Gute Kaufmannsgeschäfte stehen ins Haus.
10. Lostag ( 4. 1.): Unwetter kommen hernieder.
11. Lostag ( 5. 1.): Nebeltage treten vermehrt auf.
12. Lostag ( 6. 1.): Zwist und Hader kommt auf.

Quelle: (diese Übersicht wurde der Website Bauernregeln.net entnommen)

Die Nacht vom 05.01. auf den 06.01 hat noch einmal eine besondere Bedeutung, um Altes loszulassen. Dabei spielt eine gewisse Frau Holle eine Rolle. Das verraten wir aber erst im kommenden Blogartikel Anfang des Jahres…
Jetzt wünschen wir allen Leserinnen und Lesern und Fans ein paar besinnliche und fröhliche heilige und raue Nächte…
Und wer es begehrt, zwischen den Jahren bei sich zu Hause ordentlich durchzuräuchern, der ist herzlich eingeladen in unserem Onlineshop auf dem "Ritualplatz" zu stöbern. 

Da geht’s lang…:



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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Die Kirche und die Astrologie gingen Hand in Hand

Interview mit der Astrologin Annegret Becker-Baumann über die Bedeutung der Astrologie in Mittelalter und Renaissance

 Das Mittelalter ist für viele das dunkle, mystische Zeitalter. Die Aufklärung ließ noch mehrere Jahrhunderte auf sich warten; entsprechend schafften sich Esoterik, Christentum und weitere Glaubensrichtungen ihre Räume. Also könnte man mutmaßen, dass die Astrologie im Mittelalter ebenfalls ihre Blütezeit erlebte. Grund genug, für das Blog von mittelalterkleidung.de einmal bei einer Astrologin nachzufragen, ob dem auch tatsächlich der Fall war...
 
Das Mittelalter gilt ja gemeinhin als das mystische Zeitalter. Dann hat im Mittelalter die Astrologie bestimmt eine große Rolle gespielt, oder?
Nein, das stimmt ganz und gar nicht. Im frühen Mittelalter hatte man mit Astrologie so gar nichts am Hut. In Rom wurden in dieser Zeit sogar Astrologen des Landes vertrieben. Der Einfluss der Astrologie begann erst etwa ab 800 n. Chr. zu steigen, als die Araber nach Europa kamen. Wie man ja beispielsweise auch in „Der Medicus“ von Noah Gordon nachlesen kann, kamen aus dem arabischen Raum vielfältige Innovationen – etwa aus der Medizin und brachten auch die beiden Disziplinen Astronomie und Astrologie, die damals noch gut gemeinsam wirken konnten, mit nach Europa. Zu Zeiten des sagenumwobenen Harun ar-Raschid, des Kalifen von Bagdad, der immer wieder in den Geschichten von 1.001 Nacht auftaucht, war Bagdad das Zentrum der Welt.
Ganz langsam hielt die Astrologie Einzug und fand ihren Platz, insbesondere in gebildeten Kreisen. Adel, Klerus und Kirchenvertreter nutzten die Astrologie und fanden nichts Schlimmes daran. Das lässt sich beispielsweise sehr gut daran erkennen, dass einige gotische Kathedralen mit astrologischen Symbolen gestaltet sind – etwa die berühmte Kathedrale Notre Dame de Chartres. Ein Kirchenfenster von Chartres ist mit den Tierkreiszeichen  ausgestattet. Christentum und Astrologie wirkten nebeneinander und aufeinander ein.   
Die Astrologie gewann immer mehr an Bedeutung. Man erstellte Geburtshoroskope berühmter Leute, weil man der Meinung war, das Schicksal eines Landes sei mit dem Horoskop des Machthabers verknüpft. Man betrieb Wetterastrologie, man betrieb Mundanastrologie (= Anm.: Fachbegriff für politische Astrologie).
Aber wie gesagt: Eigentlich war das Mittelalter noch nicht die hohe Zeit der Astrologie…
Wann erlebte die Astrologie denn dann ihre Blütezeit?
Im Zeitalter der Renaissance, das etwa von 1450 bis 1600 reichte. Die Renaissance wird ja mit der Wiedergeburt der Antike verbunden; in genau gleichem, exponentiellem Maße gewann die Astrologie an Bedeutung – in allen Lebensbereichen, bei allen Bevölkerungsschichten. Damals kamen die Almanache, die Jahresprognosen, ganz groß in Mode. Da interessierten natürlich auch die astrologischen Jahresvorschauen. Jeder, der etwas auf sich hielt, hatte damals einen astrologischen Berater. Die Astrologie hielt in alle gesellschaftlichen Bereiche Einzug und fand auch in Kunst und Kultur ihre Adaption: So kreierte Albrecht Dürer damals sein berühmtes Porträt des Astrologen.
Astrologie wurde auch zu einer anerkannten wissenschaftlichen Disziplin, die an verschiedenen Unis selbstverständlich neben Jurisprudenz, Latein und Griechisch gelehrt wurde. Sogar im Vatikan gab es um 1517, als Papst Leo X. der Heilige Vater war, eine astrologische Fakultät. Rathäuser, Klöster und weitere Bauten mit astrologischen Symbolen sind Zeitzeugen, wie selbstverständlich Astrologie geworden war. Das zeigt sich auch daran, dass die Astrologie für politische Zwecke ge- und missbraucht wurde. Über Martin Luther etwa kursierten mehrere Geburtshoroskope – ein Horoskop sagte aus, er sei ein großer Verbrecher, ein anderes, er sei ein Visionär und Heilsbringer.         
Mit dem Zeitalter der Aufklärung ging der Niedergang der Astrologie einher. Jetzt regierte allein die Ratio, der Verstand. Da hatten Wunder, Mystik, Symbolik und Analogie nichts mehr zu suchen.
Du selbst bist seit vielen Jahren als Astrologin tätig. Was kann uns die Astrologie heute noch geben? Ist das nicht alles Humbug?
Zu heutigen Zeiten gilt nur das etwas, was wir sehen, beweisen und messen können. Wir betrachten Vieles unter messbaren und auch ökonomischen Gesichtspunkten. Die Menschen schauen immer weniger auf die anderen Ebenen. Aber genau das brauchen wir. Menschen brauchen Märchen; Menschen brauchen Mystik; Menschen brauchen Wunder, an die sie glauben können. Und in diesem Feld wirkt die Astrologie. Und wenn wir sie als das annehmen, nicht als absolutes Instrument, sondern als weiches Instrument, das die Potenziale von uns Menschen mit (ihren) unseren Möglichkeiten zeigt, dann hat die Astrologie gemeinsam mit Kunst, Kultur, Philosophie und auch esoterischen Disziplinen ganz viel in der heutigen Welt zu suchen.  
Vielen Dank für das freundliche Gespräch!

Wer nach Lektüre des Interviews die mystischen Rituale des Mittelalters wiederaufleben lassen möchte, der ist herzlich eingeladen, im Mittelaltershop zu stöbern. Auf dem Ritualplatz im Shop – Link siehe hier:

Link zum Ritualplatz in unserem Shop

findet sich allerhand Hexenwerk wie Amulette, Talismane, ein Runenset, ein Räucherschwenker wie auch sämtliches Zubehör zum Räuchern. 
Annegret Becker-Baumann ist seit 20 Jahren als Astrologin tätig, seit knapp zehn Jahren unterhält sie eine eigene Praxis. Sie gilt als eine der führenden Astrologinnen innerhalb des Deutschen Astrologen-Verbandes (DAV), insbesondere auf dem Gebiet der „Geschichte der Astrologie“. Sie bietet eine astrologische Ausbildung an und ist außerdem Mitglied im Prüfungsausschuss des DAV.



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